Bergsträßer Anzeiger 20.09.2017

Bensheim

Feuerwehr Almabtrieb war auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg

Alpen-Atmosphäre in Gronau

20. September 2017

Fast wie in Bayern oder Tirol: Der Almabtrieb in Gronau war am Sonntag wieder ein besonderes ...

Fast wie in Bayern oder Tirol: Der Almabtrieb in Gronau war am Sonntag wieder ein besonderes Spektakel.

© Zelinger

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Gronau.Blauer Himmel, grüne Wiesen, die sich teils sanft, teils steil über die Hügel des vorderen Odenwalds ziehen. Dazu Sonnenschein, der letzte Spätsommerwärme verbreitete und an den Waldrändern scharfe Schatten auf die Wege zog. Der vergangene Sonntag bot Idylle pur in weiten Teilen der Region.

In Gronau mag mancher gar jene altbekannte Heidi-Melodie auf den Lippen gehabt haben, die zum Ohrwurm wird, so sie denn einmal angestimmt ist. Hunderte waren dort unterwegs, um ein Fest zu feiern, das in hiesigen Breiten als Unikat gelten kann: Almabtrieb. Zum dritten Mal ist dieser jetzt veranstaltet worden, inklusive Rahmenprogramm und passender Optik. Manche der Damen unter den Festbesuchern kleidete gar ein fesches Dirndl, mancher Herr war im karierten Hemd und in der Krachledernen unterwegs. Die Stimmung war bestens.

Rund 30 Kühe dürfen es gewesen sein, die den Sommer auf Weiden über dem Ort verbracht haben. Jetzt, da sich der Spätsommer zum Herbst wandelt, ist es Zeit, die Tiere zurück in die Ställe zu holen. Es ist die Gronauer Feuerwehr, die daraus ein Fest gemacht hat. Inspiriert zur Premiere hatte ein Ausflug der Wehr nach Österreich. In der Nähe des Attersees im Salzkammergut erlebte die Reisegruppe einen Almabtrieb. Gedankenspiele setzten ein, die Idee, Ähnliches daheim zu veranstalten, wurde geboren, erzählt Uwe Sänger, Wehrführer und Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Das Fest, so die Überlegung, könnte den Tag der offenen Tür ablösen. Der hatte zwar Tradition, aber keine Zugkraft mehr. Die Frage stand im Raum: Zeit für Neues? Die Antwort lautete: ja.

Im Jahr 2014 hatte der Gronauer Almabtrieb Premiere. Die Resonanz war groß, die Bilanz entsprechend positiv. Ein Jahr später folgte eine Neuauflage. Im vergangenen Jahr setzte die Wehr mit der Veranstaltung dann allerdings aus. Der Neubau des Gerätehauses hatte Vorrang, zahlreiche Mitglieder waren hier gebunden, viel Zeit und Kraft war zu investieren. In diesem Jahr aber ließ die Truppe um Uwe Sänger den Almabtrieb, der so erfolgreich begonnen hatte, wieder aufleben. Im Nachgang resümierte der Vorsitzende des Feuerwehrvereins auch diesmal: "Es war super."

Zwei Tage lang wurde auf einer Wiese hoch über dem Ort gefeiert. Der Aufstieg dorthin ist steil, die Landschaft herrlich. Ein großes Festzelt hatte die Wehr aufgebaut. Am Samstagabend gab es Musik von der Stadtkapelle Bensheim, für gute Laune sorgte der Entertainer Rolf Weihrich.

Für spät in der Nacht war zudem ein DJ angekündigt. So geht Volksfest à la Gronau. Und das erlebte am Sonntag seine Fortsetzung. Gottesdienst im Festzelt, dann Frühschoppen, musikalisch umrahmt vom Posaunenchor Gronau, Bauernmarkt, zünftige Unterhaltungsmusik von der Trachtenkapelle Lindenfels und als Höhepunkt der Almabtrieb. Auch an diesem Tag war das Programm stimmig. Alpen-Feeling zwischen Bergstraße und Odenwald - warum nicht.

Der enorme Aufwand, der für das Helferteam hinter dem Fest steht, hat sich gelohnt. Eine solche Schlussfolgerung lässt das Resümee von Uwe Sänger zu. Für Aufbau und die Arbeit während des Festes sind in Summe fünf Tage zu veranschlagen. Mehr als 20 Leute waren hierbei auf den Beinen, so der Feuerwehr-Vorsitzende. Hinzu kommen zwei Tage Abbau. Mit Blick auf das Ergebnis sagt Sänger: "Man ist stolz, dass man so ein Fest hinbekommen hat." Eine Bilanz bei der sich, naheliegend, die Frage nach einer neuerlichen Auflage im kommenden Jahr stellt. "Wenn die Mannschaft mitspielt, ja", so Sänger. thz